Selbst als eingefleischter Saugerfahrer sollte man niemals nie sagen!

Jeder der mich kennt, weiß daß ich immer von Leistung und weniger Gewicht gesprochen habe.
Dank der Firma Komo-Tec brachte meine Elise MKI 192 PS auf die Straße und unsere MPR1-Elise sogar 220 PS auf die Rennstrecke.
Es war 1997 noch eine Irrfahrt Teile für die Elly zu bekommen. Aus England wurden Teile beschafft und eingesetzt. Bei Autokönig in Wiesbaden haben sich etliche Ellyfahrer Samstags zum Schrauben getroffen und dank Martin Roos war ein kompetenter Elisemechaniker anwesend und stand uns hilfreich zur Seite.
Es wurde gebastelt was das Zeug hält, incl. „Klebestreifen" aus der F1 (Geisterhand). Alles half, aber erst der Gang zu Komo-Tec brachte wirklich Leistung pur.
Ich überließ ihm meine Elly im Winter 1998 für 6 Monate zum Testen. Auch für Komo-Tec war es Neuland, es war das erste Fahrzeug, das dort bearbeitet wurde. Danach die Überraschung: 170 PS und die Elly lief und drehte ohne Ende! Aber einen Wermutstropfen gab es: schlechten Leerlauf, es war die Ansaugbrücke der VVC (hatte ich damals bei Auto-König einbauen lassen) mit Alu-Drosselklappe noch eingebaut und noch keine freiprogrammierbare Steuereinheit von DTA vorhanden.
Nach 4-6 Wochen wurde sie auf offene Einzeldrosselklappe und DTA umgerüstet. Jetzt hatte die Elly den richtigen Drive: ab 4000 U/min flogen dir die Ohren weg und 220km/h auf der Autobahn waren mit Ohrenstöpsel kein Problem mehr. Laut Prüfstand waren es 192 PS und knapp 180 Nm.
Aber das Fahrwerk war nicht der Brenner! Nach langem hin und her kam im Sommer 1999 erst mal ein Sportfahrwerk von Lotus rein. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Aber auch für das Fahrwerk fand ich eine kompetente Werkstatt. Firma Zauber half mit einem Wilbers-Fahrwerk mit abgesetzten Behältern. Das war's! Jetzt lag sie einfach geil und saugte die Nordschleife in sich ein. Sie war schon fast ein Rennwagen.
Auch war es die Fa. Zauber, die mich beim Eintritt in den Motorsport unterstützte. Wir bestritten gemeinsam das 24h-Rennen am Nürburgring im Jahr 2000, eine tolle Veranstaltung!
Ein Turboumbau kam für mich nie in Frage, auch ein Mitfahren mit einem Thielert-Umbau hat mich nicht vom Hocker gerissen. Die Leistungsentfaltung geschieht nicht über einen größeren Drehzahlbereich sondern Schubhaft, so dachte ich immer - aber ich wurde eines Besseren belehrt.
Ich hatte ja auch immer geglaubt, Gewicht sei alles, da wurde ich aber in der STT auch eines Besseren belehrt! Nicht die Elly MPR1 mit 220 PS und 620Kg sondern die Porsche oder Corvettes mit ihren brachialen Leistungen waren vorne, wir durften uns mit dem Golf1 oder einem alten Porsche rumschlagen. Ach ja, die Exige haben wir abgehängt. Ganz toll für den enormen Aufwand!
Auch in der VLN war es nicht anders. Ich lernte: nur Leistung zählt! PS und Drehmoment ist das „A und O" beim Motorsport.
Das Mehr an Gewicht von bis zu 500 Kg wird mit gigantischen Bremsen und großer Bereifung wettgemacht. Aus war der Traum mit der Elly den Rennzirkus aufzumischen. Es gab nichts für uns zu holen, außer den Pokalen in der eigenen Klasse!!!
Von zahlreichen Ausfällen frustriert, habe ich dann im Mai 2002 die Rennerei mit der Elly-MPR1 schweren Herzens aufgegeben.
Außerdem musste ich meinen Geldbeutel eine Erholungspause gönnen.
Ich hielt mich mit Kartfahren fit und war immer gerne bei den Veranstaltungen der 7-IG dabei, aber es rumorte im Gebälk… Endlich tat sich was.
Erst wurde mir von Opel versichert, es gibt keinen Turbo, aber meine Spione berichteten etwas anderes. Und dann ist es passiert: die Granate aus England, Chassis von Lotus, Herz von Opel mit einer geilen Karoserie. Der Speedster-Turbo, die Daten: Knapp unter oder über 900 Kg (870-930), 200 PS und 250 Nm Drehmoment, 4,9 sec. auf 100 km/h und das alles für 36.000 €.
Genau dieses Auto das ich 2001 auf der IAA als Sauger sah, wollte ich als Turbo haben! Ich dachte diese Leistung mit dem Drehmoment, Motor aus Großserientechnik, da kann ich nicht viel verkehrt machen (2 Jahre Garantie). Gedacht, getan: Ich bestellte mir ein Auto aus „Rüsselsheim"!
Meine erste Elly war Gelb, diesmal wollte meine Frau Michaela ein knallrotes Exemplar! Die Extras waren Tourerpaket, Radio mit CD, mehr nicht. Liefertermin sollte Pfingsten sein, es wurde Freitag vor Pfingsten (Leider zu spät für das Jahrestreffen).
Donnerstags nach Pfingsten holte ich den Speedster ab, mir gefiel besonders der neue Verdeckmechanismus, die Pedalarie mit mehr Platz und das Herz (Muss aber 1.500 km eingefahren werden wurde ich ermahnt!!)
Also setzte ich mich in den knallroten Turbo, und stellte schon mal fest, dass hier gepolstert wurde! Kein verstauchtes Steißbein mehr bei Beifahrer/in. Die Verarbeitung ist nicht mehr so karg wie bei der MK I, es sieht alles nach mehr aus und auch der Einstieg ist besser, obwohl der Schweller breiter ist. Nun startete ich den Motor rennmäßig über den Startknopf, der mittig auf dem Armaturenbrett sitzt. Ihr habt richtig gelesen, wie beim 340R und beim Rennwagen wird der Speedster nicht mit dem Zündschlüssel sondern mit einem Startknopf gestartet.
Ich legte den ersten Gang ein, fuhr aus der Ausstellungshalle der Fa. Kappner direkt zur hauseigenen Tankstelle und bekam sogar noch eine Tankfüllung Super aufs Haus! Nochmals vielen Dank Herr Kappner!
Bis zur Autobahn hatte ich noch ein paar Kilometer zu fahren, und ich bemerkte sofort die sehr gute Bremsleistung dank des eingebauten Bremskraftverstärkers. Als ich dann bis zur Autobahn mit maximal 2.500 U/min. den Motor warmgefahren hatte ging es auf die Autobahn. Die Beschleunigung war schon super obwohl ich nur maximal 4.000 U/min. drehte. Ja, so habe ich es mir vorgestellt!
Am Darmstädter Kreuz fing es an zu regnen. Schnell unter die Autobahnbrücke, wo sich schon mehrere Motorradfahrer umzogen. Die Kapuze drauf geht wirklich schnell und ist super dicht! Auch im Regen ist der Speedy keine Heckschleuder, es gibt kein Bremsenfading und er fährt sich wirklich erstaunlich neutral.
Dann 4 Wochen später, nach ca. 1.500 km auf der Landstraße und unter Beachtung der nicht zu hohen Drehzahl, war endlich der Tag für die Inspektion mit Ölwechsel gekommen. Danach durfte ich endlich mal denn Motor Drehen lassen. Sogar eine Schaltlampe haben die Rüsselsheimer dem Turbo spendiert. Alle Achtung, super sag ich da nur!
Die Zwischenspurts gingen beträchtlich schnell und Tempo 220 machte er mühelos, die 250 mit etwas Geduld.
Mein erstes Rennstreckengefühl bekam in Anneau du Rhin. Der Speedster ging gut, lies sich problemlos einlenken und das bekannte schieben über die Vorderräder wie bei der MKI ist nicht vorhanden. Im Grenzbereich gibt er sich sehr neutral, ein Kompliment an die Fahrwerksabstimmung. Dies soll bei dem 147 PS Speedster angeblich schlechter sein.
Natürlich kann man mit anderer Bereifung und einem einstellbaren Fahrwerk denn Grenzwert noch viel weiter nach oben schrauben, aber für den „Normalverbraucher" ist hier ein absolut heißes Sportgerät mit Straßenzulassung und Alltagstauglichkeit vorhanden.
Dieses Auto Made by Lotus mit dem Motor und der Zuverlässigkeit von Opel ist sein Geld wert, der Spaßfaktor gegenüber dem Lotus verdient noch ein + hinter der 1.
Aber dass „der Tag" wieder kommen musste war allen klar, die mich kennen. Da man ja nie genug Leistung haben kann habe ich mich alsbald ausführlich mit der Tunerszene beschäftigt.
Also ging Speedy erst mal auf den Prüfstand und brachte eine gutes Ergebnis: 218 PS und 260 Nm, er stand also gut im Futter. Der Techniker vom Prüfstand sagte 260 PS und 390 Nm müssten problemlos möglich sein, also jetzt musste nur noch der passende Tuning-Partner gefunden werden.
Er sollte nicht soweit vom Wohnort gelegen sein, Garantie auf Motor und Antrieb geben und die Leistungssteigerung sollte TÜV-fähig sein.
Bis dahin wollte ich unbedingt eine Öltemperaturanzeige haben, mein Opelhändler konnte oder wollte nicht, also war mal wieder Eigeninitiative gefragt. So ein Umschaltgerät für die Temperaturanzeige wie ich es für die MKI entwickelt hatte, fand ich nicht optimal, da die LCD-Anzeige schlecht bei Sonnenlicht abzulesen ist und sie immer ab 107° blinkt. Also ein Zusatzinstrument, aber wohin?? Ich habe bestimmt 6 verschiedene Instrumentenhalter geprüft und habe alle möglichen Plätze im Speedy ausprobiert bis ich den kompromisslos besten Platz fand. Leichte Leitungsverlegung, alles verdeckt und den Geber als Ölmessstab.
Bei der ersten Probefahrt kamen gleich mal 130°C auf der Autobahn zustande. Hui ziemlich viel dachte ich und wurde von allen Turbo-Gelehrten auf 160°C als max. Temperatur hingewiesen. Man sollte nur die Ölwechselintervalle auf ca.10.000 km verkürzen. Auch hier machte ich mich schlau und stellte fest, dass im Speedy einen Öl-Wasser-Wärmetauscher eingesetzt wird. Dies hilft natürlich beim Aufheizen des Öls durch das Kühlwasser und beim Kühlen der Spitzentemperaturen.
Anfang August ging es dann zur Fa. B&S Motor und Chiptuning bei Bad Hersfeld (www.b-s.chiptuning.de). Auch hier war wieder der Defektteufel auf meiner Seite. Ich brachte morgens das Auto zu Herrn Becker, nachmittags dann die Diagnose: Nur noch 0,3 bar maximalen Ladedruck!! Und jetzt, war mein Frage? Herr Becker: Garantiesache von Opel, muss ein Opelhändler her, aber wie? Also versuchte Herr Becker einen Händler in der Nähe zu finden und ich versuchte ebenfalls meinen Opelhändler zwecks Termin zu erreichen - es sollte ja schnell gehen. Am nächsten Tag rief mich Herr Becker an und hatte für den Donnerstag einen Termin für den Speedy erhalten. Ich freute mich, dass alles so gut lief!
Am Freitag rief mich Herr Becker an und sagte alles ok, der Wagen ist fertig, - ich war baff!
Am Samstag holten Michaela und ich den „Speedy" ab. Ich glaubte meinen Augen nicht! Herr Carsten Becker behandelte den Wagen besser als alle mir bekannten Werkstätten. Die Schweller waren abgeklebt, der Fußraum ausgelegt und der obligatorische Schonbezug über den Sitz gezogen. Endlich mal jemand der einen Traumwagen auch wie einen solchen behandelt.
Als ich dann eine kleine Testfahrt machte, bekam ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, und jetzt weiß ich auch warum im Firmenlogo ein Blitz ist: blitzschnell!!
Diese Leistung ist unglaublich! Knapp 250 PS und 425 Nm, die Leistungsentfaltung einfach genial mit dem rechten Fuß zu steuern. Selbst ich, der schon mit der Brandes & Dschüdow Esthi mitgefahren ist, muss sagen, der Blitz scheint ebenbürtig. Der Schub von 425 Nm bei 900 Kg ist einfach kaum zu toppen. Und das mit 2 Jahren Garantie auf Motor und Antrieb.
Auch meine Frau findet den Speedy superscharf und macht sich einen Spaß daraus, Mercedes SL und ML zu jagen.
Sollte dies ein Modenafahrer lesen, nicht verzweifeln, es geht auch mit einem Opel!
Aus der Kurve heraus mit richtiger Leistung zu beschleunigen macht enormen Spaß. Überholvorgänge werden auf ein Minimum verkürzt, man nur aufpassen nicht süchtig zu werden, die Gefahr ist groß, sehr groß!
Mein Preisvergleich:
Den Speedster-Turbo gibt es für 36.000,00€

Die Elise MKII kostet 44.000,00€

Neupreis 1997 26.000,00€ für die MKI mit 122 PS.
Nun kann ich es gar nicht mehr verstehen, dass ich früher 5-10.000,00€ und mehr für Tuning an 1.8 Liter Rover Motor ausgegeben habe. Die Leistungssteigerung hat für den Blitz 925,00€ gekostet.

Aber auch der 200 PS Turbo ist von der MKI/MKII nicht zu schlagen. Außerdem sollte man folgende Hilfsmittel beim Opel nicht unterschätzen: Der Bremskraftverstärker ist schon sehr hilfreich, das ABS bei feuchter Straße hervorragend. Hier haben die Opel-Techniker das zu Ende geführt, was von Lotus angefangen wurde.

Hier noch mal die Technischen Daten (Prüfstandmessungen):
400 Nm (2000- 4500U/min)
240 PS (4000- 6000U/min)
max. Drehzahl 6640U/min
max. Geschw. 271km/h
Folgende Werte habe ich festgehalten:

wenn die wassertemperatur 86° C anzeigt haben wir oel zwischen 50 und 60°C, nach 10 km werden es knapp 80°
wenn wir dann mal auf die Autobahnfahren so 220km/h dann haben wir 120° bei 240km/h, nach 3-4min vielleicht 6min haben wir knapp 130° nach längerer Autobahnfahrt flott immer noch 130-135°, geht auch bis 140°
sollten wir dann ganz gemächlich fahren bleiben es 120°C
Auf der Landstrasse nach ca 15 min 100-110° flott und es werden so bis 120° die dann sich 110° fest beissen.

Hätte nicht gedacht das es so viel ist!!!
Nach mehreren Gesprächen wäre es kein Problem und die Öle heute könnten auch 150-160° ab, nur der Verschleiß des Öles wäre dann höher!

 
So ging es weiter

im August 2003 keine volle Leistung mehr!
Telefoniert mit B&S, aussage geht ins Notprogramm!!
fuhr im September wieder die 130km lies mein speedy einen Tag da, holte ihn wieder ab, und mußte ca 120€ bezahlen!?? wofür??? ach ja das der Speedy wieder volle Leistung hatte! Das hat mich geägert!!

2004 ging es dann weiter! im Mai erste Fahrt keine Leistung!!!

Leider kein Tuner für Speedster im Rhein-Main-Gebiet(der auch selber was kann, nicht`s weiterverkauft)

So kam ich nach langem hin und her zu EDS (www.eds-motorsport.de) 240 Km weit weg .

Nun ist Phase II drin mit großem LLK, einfach geil, Leistungsentfaltung super dosierbar, Ladedruck optimal!

Jetzt macht der Speedy wieder einen Höllenspaß!

Danke EDS 1++

Noch eins: die Leute bei EDS sind super nett, keine geheimnisse, erklären dir alles was auch hand und fuss hat.
Hiermit ein kompliment an EDS!!

Ich nehme an so geht es vielen, erst ist man super happy, und dann wenn die probleme kommen wird mann im Stich gelassen!

An alle eine tolle saison 2004 und das ihr soviel Leistung habt wie ihr euch wünscht!
 
Modifikationen am Speedy Stand 6/2004

- Stahlflex und green Stuff

- Leistungssteigerung Phase II 256PS/420Nm mit großem Ladeluftkühler und TÜV von EDS

- Öltemperaturanzeige mittels Oel-Meßstab

- 17/18" von Irmscher mit Dunlop Super Sport Race geile Traktion
- vorne 215/45ZR17 auf 7 1/2J ET 42 mit 16mm Distanzscheiben
- hinten 245/35ZR18 auf 8J ET30

- Leistungsgewicht 3,7 Kg/PS

- Beschleunigung:

  4,2 sec. 0-100
  16,8 sec. 0-200